Auf den Aufschwung vorbereiten
Rainer Wegener über Herausforderungen in der Branche, die Marktlage und Zukunftsaussichten
Trotz der weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen verzeichnete STÖBER 2025 ein leichtes Wachstum – vor allem durch konsequente Internationalisierung und Rekordumsätze in den USA. Mit innovativen Lösungen ist der Antriebsspezialist auf den erwarteten Aufschwung vorbereitet und hält an seinen Mitarbeitenden fest. Gerade für die boomende Automation- und Robotikbranche liefert das Unternehmen Antriebssysteme mit maximaler Passgenauigkeit. Wie sieht der Markt aus, und wann geht es bergauf? Geschäftsführer Rainer Wegener gibt Auskunft.
Herr Wegener, STÖBER hat eine lange Tradition in der Antriebstechnik. Wofür steht das Familienunternehmen heute im Markt?
Rainer Wegener: STÖBER steht für Präzision und Dynamik. Immer dann, wenn im Maschinenbau etwas sehr schnell und zugleich hochgenau bewegt oder positioniert werden muss, sind wir der richtige Ansprechpartner für leistungsstarke und optimal auf die Anwendung abgestimmte Antriebslösungen.
Wie beurteilen Sie in Deutschland, Europa und weltweit die aktuelle Marktlage für Antriebs- und Automatisierungstechnik?
Rainer Wegener: Der Maschinenbau steckt derzeit in der längsten Krise der vergangenen 50 Jahre. Die Ursachen sind strukturell und geopolitisch. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb aus Asien, der den Markt weltweit, insbesondere in Deutschland, belastet.
Wie hat sich das Geschäft für STÖBER im Jahr 2025 konkret entwickelt, und wie haben sich die Kunden verhalten?
Rainer Wegener: 2025 verzeichneten wir insgesamt ein leichtes Wachstum. Das verdanken wir vor allem unserer konsequenten Internationalisierung. In den USA konnten wir mit unserer starken Präsenz neue Rekorde erzielen, trotz Trumps Zollpolitik. Denn von dieser sind auch unsere Wettbewerber betroffen, einschließlich US-Anbieter, die Komponenten importieren. Stark gewachsen ist zudem unser Geschäft in England, das wir sukzessive ausbauen. In Deutschland blieb es weiter schwach. In China haben sich unsere negativen Erwartungen nicht bestätigt: Der Markt bleibt stabil. Obwohl wir bei Standardkomponenten starken Wettbewerb spüren, behaupten wir uns mit unseren Präzisionsgetrieben klar gegenüber lokalen Anbietern. Dort kommen unsere Stärken bei Präzision, Geschwindigkeit und perfektem Zusammenspiel der Komponenten voll zur Geltung.
Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf Ihre Belegschaft aus?
Rainer Wegener: Wir tun alles, um unsere Mitarbeitenden in diesen herausfordernden Zeiten zu halten. Das ist uns bisher gut gelungen. Mit ihrem Know-how und Engagement sind sie unsere wertvollste Ressource. Wir haben solche Phasen schon früher gemeinsam gemeistert, etwa in der Finanzkrise. Wir sind überzeugt, dass der Aufschwung kommt, und dafür wollen wir gerüstet sein.
Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht Wachstumsbranchen wie Automation und Robotik für STÖBER?
Rainer Wegener: Untersuchungen zeigen, dass Automation und Robotik auch in den kommenden Jahren ein starker Treiber der Industrie bleiben werden. Die Branche rechnet mit einem jährlichen Wachstum von fünf Prozent. Die Anforderungen in der Industrie steigen und Anwendungen müssen effizienter werden. Mit unserem Portfolio sind wir hier optimal positioniert.
Was tun Sie mittel- und langfristig, um STÖBER organisatorisch und technologisch gut aufzustellen?
Rainer Wegener: Neben der Internationalisierung in den vergangenen Jahren wollen wir nun die globale Vernetzung unserer Niederlassungen weiter vorantreiben. Dazu haben wir ein Leadership-Team aus den wichtigsten Produktionsstandorten – Deutschland, USA, Ungarn – gebildet. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, gemeinsam die strategische Ausrichtung festzulegen und Entscheidungen über Investitionen sowie die Produktionslandschaft global auszurichten. Ziel ist es, Handlungsspielräume zu erweitern, schneller auf Marktimpulse zu reagieren und die Lieferketten dauerhaft resilient aufzustellen. Die Niederlassungen USA und Ungarn bauen wir deshalb weiter aus. Wir analysieren die aktuelle Umgebungssituation, um Produktionsschritte schneller und besser verlagern zu können – etwa von Deutschland in die USA oder umgekehrt, je nach Gegebenheit und Anforderung. Gleichzeitig heben wir das Know-how überall auf ein einheitliches Niveau, um schneller und resilienter reagieren zu können.
Ergänzend haben wir die Einheit „Pre-Development“ geschaffen: ein spezialisiertes Ingenieurteam, das unabhängig vom Tagesgeschäft neue Technologien sondiert, entwickelt und zur Implementierung übergibt. Diese Einheit bildet somit das Fundament für zukünftige Produktgenerationen, aber auch für neue Fertigungstechnologien. STÖBER hat beispielsweise als erster Hersteller Wälzschälen in der Herstellung von Planetengetrieben eingesetzt.
Welche Produkte oder Lösungen waren 2025 für STÖBER besonders wichtig und warum?
Rainer Wegener: Unser Erfolgsgarant war das STÖBER System aus Antriebsregler, Getriebe, Motor, Kabel und – bei Bedarf – Zahnstange. Damit konnten wir uns besonders in den USA etablieren, wo lange nur unsere mechanischen Lösungen gefragt waren. Durch optimierten Vertrieb und Produktmanagement erkennen unsere Kunden dort nun unsere geballte mechatronische Kompetenz. Genau das hebt uns von vielen Marktbegleitern ab, auch von asiatischen Wettbewerbern, die noch stark auf einzelne Komponenten und niedrige Preise setzen.
Wie haben sich die Anforderungen Ihrer Kunden im vergangenen Jahr verändert – etwa bei Themen wie Effizienz, Sicherheit oder Vernetzung und in Bezug auf die globalen Unsicherheiten?
Rainer Wegener: Durch die geopolitische Lage stand 2025 die Resilienz der Lieferketten im Fokus unserer Kunden. Ein großes Thema war und ist seltene Erden in der Servotechnik: Hier dominiert China nicht nur bei den Vorkommen, sondern auch bei der Verarbeitungskompetenz. Deshalb prüfen wir alternative Werkstoffe und Lieferketten, etwa aus Australien. Das Land verfügt über beträchtliche Reserven und baut seine Produktion aus, um die weltweite Abhängigkeit von China zu verringern.
Immer wichtiger wird das Thema Security im Rahmen des Cyber Resilience Acts (CRA) der EU. Er verpflichtet Hersteller, die Cybersicherheit vernetzter Produkte zu verbessern, Schwachstellen offenzulegen, zu minimieren oder zu beseitigen und Sicherheitslücken über den gesamten Produktlebenszyklus zu schließen.
Wann rechnen Sie mit einer spürbaren Belebung des Marktes?
Rainer Wegener: Wir erwarteten bereits Mitte 2025 einen leichten Aufschwung. Dann kamen im April Trumps Zollpolitik und die Reaktion Chinas, keine seltenen Erden zu liefern. All das hat zu einer enormen Unsicherheit geführt. Dazu beigetragen hat auch die Regierungskrise in Deutschland mit Neuwahlen. Die Programme der neuen Regierung wirken sich nur langsam aus. Ich sehe aber den Aufschwung nun in diesem Jahr anrollen, verstärkt im zweiten Halbjahr.
Was mich zuversichtlich stimmt, sind positive Signale aus dem europäischen Raum: Einer unserer Großkunden in Italien möchte etwa 20 Prozent mehr in unsere Lösungen investieren, unsere französischen Kollegen melden eine Belebung des Marktes und in England sind einige vielversprechende Projekte geplant. Aber auch die Amerikaner legen weiter zu. Ich bin mir sicher: Auch in Deutschland wird es wieder bergauf gehen. Aktuell gibt es einen Investitionsstau, weil viele Hersteller aufgrund der unsicheren Lage seit Jahren abwarten. Dem entgegen kommt die Möglichkeit der Sonderabschreibung mit 30 Prozent, die die neue Regierung ins Leben gerufen hat.
Welche großen Herausforderungen erwarten Sie für 2026 – und wie bereiten Sie sich vor?
Rainer Wegener: Um für den Aufschwung gerüstet zu sein, bauen wir gezielt Lagerbestände auf. Das erfordert die richtige Balance, denn das bindet Geld und Personal. Gleichzeitig bleiben die Umsätze noch hinter den Erwartungen zurück. Stellen Sie sich eine Fahrt auf der Autobahn vor: Vor Ihnen leuchten die Bremslichter. Ein Stau droht. Was machen Sie? Bremsen Sie panisch, und sobald wieder ein paar Meter vor Ihnen frei sind, geben Sie Gas? Das wird Sie ganz schön durchrütteln. Eine andere Möglichkeit: Sie geben dosiert Gas und bleiben in Bewegung. Wir halten den Schwung, um sofort durchzustarten, wenn der Markt wieder Fahrt aufnimmt.
Welches Trendthema wird aus Ihrer Sicht die Antriebs- und Automatisierungstechnik in den kommenden Jahren prägen?
Rainer Wegener: Antriebe sind die Muskeln der Maschine: Sie zeigen präzise, wann ein System an Grenzen stößt oder noch genügend Reserven hat. Die Automation bildet die Nervenbahnen. Eine übergeordnete industrielle KI als Gehirn kann die Prozesse optimieren, Bewegungen steuern und Produktionsabläufe effizienter gestalten. Daten werden zum entscheidenden Rohstoff in der Industrie. Es gilt, sie intelligent zu erfassen, aufzubereiten und zu nutzen.
Ich glaube, Europa, insbesondere Deutschland hat die Chance, in der industriellen künstlichen Intelligenz eine Vorreiterrolle zu spielen. Sowohl der Maschinenbau als auch die Antriebstechnik haben das Know-how dazu. Sie wissen, wo die Daten generiert werden und wie sie sich idealerweise nutzen lassen.

Rainer Wegener: „Ich sehe den Aufschwung in diesem Jahr anrollen, mit Tempo im zweiten Halbjahr, getragen von ermutigenden Signalen aus Europa.“
Bildnachweis: STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG
Das hochaufgelöste Bildmaterial finden Sie hier zum Download.
Die STÖBER Antriebstechnik entwickelt und produziert passgenaue, hocheffiziente antriebstechnische Komponenten und Systeme aus Getriebe, Motoren, Zahnstangen und Antriebsreglern für individuelle Lösungen. Zum Einsatz kommen diese in unterschiedlichen Branchen, unter anderem in Automation und Robotik, Kunststoff-, Verpackungs- und Werkzeugmaschinen. STÖBER Antriebstechnik ist mit 14 Standorten und 80 Service-Partnern in über 40 Ländern präsent. Neben dem Hauptsitz in Pforzheim/Deutschland befinden sich in Ungarn und USA eigene Produktionsstätten. Aktuell beschäftigt das Familienunternehmen rund 1.000 Mitarbeitende weltweit.
Kontaktdaten zur länderspezifischen Veröffentlichung:
| Deutschland: | Österreich: |
| STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG Kieselbronner Str. 12 75177 Pforzheim Fon: +49 7231 582-0 sales@stoeber.de www.stober.com | STÖBER Antriebstechnik GmbH Hauptstraße 41a 4663 Laakirchen Fon: +43 7613 7600-0 sales@stoeber.at www.stoeber.at |
| Schweiz: | |
| STÖBER Schweiz AG Rugghölzli 2 5453 Remetschwil Fon: +41 56 496 9650 sales@stoeber.ch www.stober.ch |
Pressekontakt:
STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG
Silvia Feder│Head of Marketing
Kieselbronner Str. 12
75177 Pforzheim│Deutschland
Fon: +49 7231 582-1660
silvia.feder@stoeber.de
www.stoeber.de
Media:
STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG
Solveig Moll
Kieselbronner Str. 12
Fon: +49 7231 582-1183
solveig.moll@stoeber.de
www.stoeber.de
Bitte senden Sie ein Belegexemplar an unsere Agentur:
a1kommunikation Schweizer GmbH
Sarah Grujin
Beratung PR & Werbung
Oberdorfstr. 31A
70794 Filderstadt│Deutschland
Fon: +49 711 945 416-27
Sarah.Grujin@a1kommunikation.de
www.a1kommunikation.de
Das könnte Sie auch interessieren
Maßgeschneidert für jede Antriebsaufgabe – mit den vier untereinander kombinierbaren Baureihen SC6, SI6, SD6 und SB6 hat STÖBER immer den geeigneten Regler parat.
Auf Nummer sicher mit der STÖBER Sicherheitstechnik: Profitieren Sie von wirtschaftlichen Lösungen mit maximaler Sicherheit, großer Funktionsvielfalt und absoluter Flexibilität.
Energieeffizienz hat in der Antriebstechnik eine hohe Relevanz. STÖBER Experten beraten bei der Dimensionierung eines gesamten Antriebsstrangs.
Verbunden auf Distanz: Das neue STÖBER Hybridkabel verbindet Motoren und Antriebsregler zuverlässig auf 100 Meter.



